2012 Kultur- und Städtereise nach St. Petersburg

Die traditionelle Kultur- und Städtereise des Loidholdhofs führte uns dieses Jahr im September nach St. Petersburg, in das Venedig des Nordens.

Der Grund für diesen Bei- namen liegt in den vielen Kanälen und Brücken, die das Stadtbild prägen. Die nördlichste Millionenstadt der Welt wurde erst um 1700 von Peter dem Großen an der Newa erbaut und ist eine der ersten Städte der Welt, die nach einem vorher erstellten Plan gebaut wurde.

Mit einer Reisegruppe von 14 Personen begann am Donnerstag, den 13. September um 5 Uhr morgens der Hofurlaub mit einer Fahrt zum Flughafen nach Schwechat. Von dort aus flogen wir direkt nach St. Petersburg. Es war ein sehr schöner Flug und wir kamen nach eineinhalb Stunden Flug und zwei Stunden Zeitverschiebung am Flughafen Pulkowo an. Von dort holte uns ein Bus ab und brachte uns zum Quartier. Wir waren in einer schönen Jugendherberge untergebracht, in der wir uns sehr wohl fühlten. Die Jugendherberge liegt direkt am Nevsky Prospekt, der die Hauptstraße der Stadt ist. Am gleichen Abend machten wir noch einen Spaziergang, um einen ersten Eindruck der Stadt zu bekommen. Allein entlang des Nevsky Prospekts gibt es so viele sehenswerte Gebäude, dass man es fast als Museum unter freien Himmel bezeichnen kann.

Den zweiten Tag starteten wir wieder zu Fuß und be- suchten die Kasaner Kathedrale, die für die Ikone der Gottesmutter von Kasan bekannt ist. In einer russisch- orthodoxen Kirche ist es üblich, dass Frauen eine Kopfbedeckung tragen. An diesem Tag spazierten wir noch über den Schlossplatz, der auf der einen Seite vom Win- terpalast und auf der anderen Seite vom Generalstabs- Gebäude begrenzt wird. In der Mitte des Platzes steht die höchste Triumphsäule der Welt, die dem Sieg Russlands über Napoleon gewidmet ist, die Alexander-Säule.

Am Samstag besuchten wir am Vormittag das ethnographische russische Museum. Anhand von Gebrauchsgegen- ständen, Werkzeug, Kleidung und Schmuck kann man so den Geschichten und Lebensweisen der einzelnen Völker und Volksgruppen, die in diesem riesigen Land leben, etwas näher kommen. Nach einem kleinen Mittagessen besichtigten wir dann das staatliche russische Museum. Dort befindet sich die weltgrößte Sammlung russischer Kunst, es beherbergt Werke vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. An diesem Abend gingen wir in ein russisches Restaurant und probierten uns durch die russische Speisekarte.

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Kunst. Die staatliche Eremitage ist ein Museum der Weltkultur, sie befindet sich in fünf nebeneinanderliegenden historischen Palästen. Dazu gehört auch der Winterpalast, die ehemaligen Hauptresidenz der russischen Zaren. In den ehemaligen Wohnräumen der Zaren befindet sich jetzt Gemälde und Kunstwerke aus der ganzen Welt. Außerdem beherbergt die Eremitage eine große archäologische Sammlung. Wir besichtigten Werke von da Vinci, Raffael und van Gogh. Obwohl wir den ganzen Tag dort verbrachten, schafften wir es nur, einen kleinen Ausschnitt anzusehen.

Am Tag vor der Heimreise besuchten wir die Camphill- Einrichtung Svetlana. Etwa 90 Kilometer von St. Petersburg entfernt liegt Svetlana in der Nähe des Ladogasees und besteht aus einigen Wohnhäusern, einem Stall, einer Gärtnerei, ein paar Wirtschaftsgebäuden und einer russischen Sauna. Wir sind dort sehr freundlich empfangen worden und haben einen kleinen Einblick in das Leben in einer russischen Einrichtung bekommen. Die Betreuten in Svetlana kommen aus ganz Russland und haben oft einen Heimweg von mehreren Tagen mit dem Zug.

Bei diesem Ausflug konnten wir auch das Land außerhalb der Stadt etwas kennenlernen. Den letzten Abend in St. Petersburg verbrachten wir in einem traditionellen Restaurant, wo wir uns noch einmal russische Köstlichkeiten schmecken ließen.

Am nächsten Morgen packten wir unsere Koffer und nahmen Abschied von diesem fremden Land, das uns in der kurzen Zeit schon etwas vertraut geworden ist. Es war ein sehr entspannter Urlaub mit einer sehr netten und angenehmen Reisegruppe. Und wer weiß, vielleicht war es nicht unser letzter Urlaub in Russland.

Tanja Wakolbinger arbeitet seit 2009 in der Gärtnerei am Loidholdhof

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