Reiseberichte

Stadturlaub 2017 in Athen

Eine klare Nacht, ganz am Ende des Oktobers … Ich sitze an meinem Schreibtisch, hier am Loidholdhof und versuche, Worte zu finden, für etwas, das erst ein paar Wochen zurückliegt, für etwas, das sich vertraut angefühlt hat und gleichzeitig wie in eine andere Welt gehört. In diesem Spannungsfeld, zwischen Hier und Dort, Antike und Heute, griechischem Salat und Love Cake, Demeter und Hades, Getragen-Sein und Antrieb-Geben, zwischen Ewigkeit und Punkt haben wir fünf Tage gelebt. Gut gelebt. Sehr gut gelebt.

Vom 1. bis 5. Oktober 2017 waren wir, Manfred, Clemens, Peter, Vivian, Lukas, Günther H., Ariana, Victoria, Silke, Jasmin, Achim, Konrad, Elisabeth und ich in Athen. Mit Ausnahme von Victoria und mir sind wir eine Gruppe von erfahrenen Stadturlaubern gewesen. Fliegen, sich ein Stück vertrauten Alltag im Hotelzimmer in einem fremden Land schaffen, in einer Gruppe durch eine pulsierende Metropole schlendern, wandern oder suchen, einander dabei nicht aus den Augen zu verlieren, Kunstbetrachtungen in Museen, Fotos machen, Interesse haben und sich kleine Wünsche erfüllen, sich selber sein Getränk oder Essen bestellen, oder gar ein Souvenir kaufen … all das sind heute schon Früchte geworden, die wir aus den vielen vergangenen Stadturlauben ernten konnten, die das Fremde vertraut machen.


Wir hatten ein reiches Programm: die Altstadt von Athen, die Akropolis und das Akropolis-Museum, das Nationalmuseum und Eleusis mit dem Demeter-Heiligtum. Dank Achims Erläuterungen haben sich Sagen, Plastiken und Steine mit Leben gefüllt. Dank der Griechen haben sich unsere Bäuche mit leckerem Essen und die Herzen mit Lebensfreude gefüllt.

Jeder hat seine eigenen kleinen Wunder mit nach Hause genommen.
Meine waren der Himmel über Griechenland, den ich so weit wie selten sonst auf der Welt gesehen habe.
Zwischen der rotbraungrauen staubigen Erde, den antiken Säulen und dem blauen Himmel habe ich, vielleicht durch das besondere Licht und den Wind verstanden, woher der Mensch der griechischen Plastik seine leichte Aufrichte hat.
Es war Ehrfurcht, gemischt mit Demut von oben auf das Dionysos-Theater zu blicken, wo beinahe alle klas­sischen, griechischen Dramen uraufgeführt wurden.


Ich habe das Original der „denkenden Athene“ gesehen. Und meine Betrachtungen über das Zusammenwirken von Leib, Seele und Geist haben sich um ein tiefes Erleben entscheidend bereichert: nämlich durch das innere Verstehen, was es für die Entwicklung der Menschheit bedeutet hat, dass die Griechen den Menschen aus der Statik (Standbein) in die Bewegung (Spielbein) gebracht haben.
Demeter, Persephone, Hades, Zeus machen mir die Mysterien der Fruchtbarkeit auf eine zugleich ernsthafte und humorvolle Art zugänglich. Und menschlich.


… Nun spüre ich wieder den Schreibtischstuhl, auf dem ich sitze, der Mond dieser Nacht ist zwei Fenster weiter gewandert. Ich kehre zurück aus der griechischen Welt – beschenkt!
– Wir haben in fünf Tagen eine neue Gruppe geschaffen, unsere Urlaubsgruppe. Eine Gruppe auf Zeit, mit eigener Dynamik, respektvoll und sehr wertschätzend. Ein Kleinod? Ja! Bestimmt ein Kleinod!
– Bildung kann einfach geschehen. Nebenbei, leicht und doch zentral.
– Und … Mikis Theodorakis hat seinen Sirtaki auch für uns komponiert!


„Wir haben einen Streifen am Himmel gemacht.“ Mit unserem Flugzeug. Aber auch in unsere Erinnerungen. Die nicht so schnell verblassen werden.


Simone Koblentz-Hitsch, arbeitet seit 2015 im Wohnbereich und lebt seit 2017 am Loidholdhof

Saal im Loidholdhof für gemeinsame Tätigkeiten Saal im Loidholdhof zum inklusiven Zusammenleben Miteinander im Loidholdhof

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2017 Bei unseren türkischen Freunden in Bodrum

Die Türkei. Blau wie das Wasser im Meer, gelb wie die Sonne, grün wie kleine Bäume des hügeligen Landes. Sie riecht nach Fisch und salzigem Meerwasser. Sie klingt nach türkischer Musik, unbekannten Vögeln und Aufruf zum Gebet in Moscheen. Wir schließen die Augen und sehen wieder Strand und Sand mit Muscheln, Steine und Algen im Wasser, unser Schiff und Hotel, Kühe, Hunde, Katzen und Pferde.

Die Hinreise war schön, auch wenn unser Flugzeug in Bodrum zweimal landen musste. Toll war es da. Die Natur in der Türkei ist anders: am Loidholdhof gibt es ja keine Palmen. Am Meerufer gibt es Felsen und Steine und die Bäume sind meistens klein, so sträucherartig. Das Wasser im Meer ist türkis, so klar und durchsichtig, dass man die Ankerkette unseres Schiffes ganz tief sehen konnte.

Wir waren mit Baki und seiner Frau Binnur Fisch essen und haben uns mit den betreuten Mitarbeitern von Bodrum Saglik Vakfi, einer Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigung, zum Brunch getroffen. Wir haben auch deren Einrichtung besucht und dort zusammen gegessen, getöpfert und Musik gemacht. Gemeinsam haben wir einen Tagesausflug mit dem Schiff entlang der Küste gemacht und konnten vor dem Boot tauchen. Wir haben keine Angst gehabt und das Wasser war herrlich erfrischend! Auch Kamele haben wir gesehen und gestreichelt. Das Fell war weich und sie waren brav. Stella durfte auf dem Kamel reiten.

In einem „privaten“ Strandbad am Meer waren wir schwimmen. Dort ging ein leichter Wind und es war nicht mehr so hitzig. Die Musik am Strand hat uns voll gut gefallen und wir haben gemeinsam Bauchtanz geübt. Am nächsten Tag waren wir noch im alten Bazar von Bodrum einkaufen und am Abend waren wir zu einem großen Benefiz-Kon- zert zusammen mit zahlreichen diplomatischen Vertretern aus Österreich eingeladen.

Die Reise ist nun zu Ende. Wir nehmen schöne Erinnerungen und viele Eindrücke von einem Land und von Menschen mit nach Hause, die so ganz anders sind und ein viel menschlicheres Antlitz tragen als wir das aus Fernsehen und Presse vermittelt bekommen.

Wir werden alles und alle vermissen. Baki und seine Frau Binnur, alle, die im Hotel so nett waren und auch die Menschen von der Gemeinde Bodrum, den dortigen Sponsoren und den Menschen von Bodrum Saglik Vakfi, die dieses partnerschaftliche Treffen unterstützt und ermöglicht haben.

Wir haben auf dieser Reise viel Schönes erfahren und würden uns freuen, wenn uns auch die Menschen von Bodrum hier einmal auf unserem Hof besuchten.

Christian, Corinna zusammen mit Zoia


Christian arbeitet seit 2002 am Loidholdhof, derzeit in der Landwirtschaft und der Küche sowie als Kellner im Hofcafe. Im Rahmen des teilbetreuten Wohnen wohnt er seit 2016 am Hof.
Corina arbeitet seit 2002 am Loidholdhof, derzeit in der Küche und der Gärtnerei.
Zoia stammt aus Russland und arbeitete als Freiwillige von Dezember 2016 bis August 2017 am Loidholdhof.

Saal im Loidholdhof für gemeinsame Tätigkeiten Saal im Loidholdhof zum inklusiven Zusammenleben Miteinander im Loidholdhof

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2016 Die goldene Stadt Prag und die Burg Karlstein

Das Ziel unserer Reise war Prag, die goldene Stadt an der Moldau. Dieser Beiname bezieht sich darauf, da Kaiser Karl IV die Türme der Prager Burg mit Gold überziehen ließ und vielleicht auch darauf, weil Prag im Mittelalter ein Anziehungspunkt für Alchemisten war. Das Goldene Gässchen allerdings erhielt seinen Namen von den Goldschmieden und Goldmachern, die sich dort ansiedelten. Man kann heute noch die historischen Häuschen besichtigen.

Dieses Goldene Gässchen liegt gleich hinter der Prager Burg, die sich über ein ganzes Stadtviertel erstreckt. Vor der Prager Burg kann man der Burgwache in ihren auffälligen Uniformen beim stündlichen Wachwechsel zusehen. Nach dem Durchqueren des ersten und zweiten Burghofs erhebt sich im dritten Hof der Veitsdom, eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Burg, in der römische Herrscher wie Karl IV oder Wenzel I bestattet sind. Die Georgsbasilika ist die am besten erhaltene Sehenswürdigkeit aus romanischer Zeit.

Das berühmteste Gebäude der Prager Altstadt ist das Altstädter Rathaus am Altstädter Ring, dem Stadtplatz. An dem Rathaus be ndet sich die „Astronomische Uhr“. Zu jeder vollen Stunde öffnen sich zwei blaue Fenster und es zeigen sich die zwölf Apostel mit ihren charakteristischen Attributen. Daneben läutet der Tod und nickt, der Türke schüttelt den Kopf, die Eitelkeit schaut in den Spiegel und der Geizhals schüttelt den Geldbeutel und droht mit dem Stock.

Nur ein paar Schritte von unserer Herberge entfernt liegt die Karlsbrücke, das Symbol Prags. Sie verbindet die Prager Kleinstadt mit der Altstadt und ist mit vielen Statuen geschmückt. Die Brücke ist zu jeder Tages­ und Nachtzeit sehr belebt, es wird musiziert und viele kleine Händler bieten ihre Waren an. Zudem genießt man von der Brücke eine wunderschöne Aussicht auf die Prager Burg, den Pulverturm und die vielen Boote auf der Moldau.

Wir besuchten die Akademie für Sozialkunst in der Stadt Tabor und die dazugehörige Initiative im Dorf Nova Ves, das mit Blick auf das Riesengebirge nordöstlich von Prag liegt. Nordwestlich von Prag gelegen, in der Nähe von Terezin, ehemals Theresienstadt, besuchten wir die Camphill Gemeinschaft Ceske Kopisty.

Der Höhepunkt unserer Reise war der Besuch der Burg Karlstein, die südwestlich von Prag gelegen ist. Die Burg steht auf einem Hügel in einem Tal, das von mehreren bewaldeten Höhen umgeben ist. Nur allzu leicht kann man am Tal vorbei­ oder sogar hindurchgehen, ohne auch nur einen Schimmer von Karlstein zu Gesicht zu bekommen. Selbst am richtigen Weg zeigt sich die Burg erst im letzten Augenblick, wenn steil über dem Besucher plötzlich die Burgmauern aufragen. Die Burg Karlstein wurde von Karl IV zur Aufbewahrung besonders heiliger Reliquien und der Krönungskleinodien des heiligen römischen Reiches errichtet. Nach einer Führung durch die Marienkirche mit Fresken der Apokalypse und dem Blick in die mit Edelsteinen ausgeschmückte Katharinenkapelle gelangten wir über eine steile Wendeltreppe in den großen Turm, der die Kapelle des heiligen Kreuzes beherbergt. Die Kapelle des heiligen Kreuzes ist ein einzigartiger Raum, die Wände sind mit Halbedelsteinen verkleidet und mit vielen Tafelbildern von Heiligen geschmückt, die Fensterbögen füllen Wandmalereien aus. Die wertvollen Reliquien und Krönungsinsignien ruhten einst hinter den goldenen Gittern oberhalb des Altars. Das Gewölbe der Kapelle stellt den Sternenhimmel mit Mond, Sonne und den fünf damals bekannten Planeten dar. Der Raum in dieser Pracht, erhellt von Kerzenlicht, musste dem damaligen Betrachter wie der Himmel, wie das Neue Jerusalem vorgekommen sein.

Im Anschluss an dieses Erlebnis besuchten wir ganz in der Nähe eine gerade entstehende Schulinitiative mit Blick auf den Karlstein. Bei der Rückfahrt verschwand die Burg ebenso plötzlich zwischen den bewaldeten Hügeln wie sie erschienen war.

Auf der Heimfahrt nach Österreich machten wir noch eine Pause in der südböhmischen Stadt Tabor, um dort mit Geschichten von der bewegten Epoche von Jan Hus, den hussitischen Kämpfen und dem Streben der Böhmischen Brüder das neu entstandene Bild über unser Nachbarland abzurunden.

Tanja Wakolbinger lebt am Loidholdhof und arbeitet seit 2009 in der Gärtnerei.

 

 

2016 Dem „Salz in der Suppe“ auf der Spur – Wander- und Badeurlaub in Altaussee

Dieses Mal wählten wir den wunderschönen Altausseer See im steirischen Salzkammergut zu unserem Urlaubsdomizil.

Nachdem wir uns bei zwei Vorbereitungstreffen am Loidholdhof über unsere Urlaubsvorstellungen, die Zimmerbelegung, Details über das Gepäck und die Reiseroute recht rasch einig wurden, brachen wir am Morgen des 2. Juli mit zwei voll beladenen Bussen und einem Anhänger voller Koffer und Taschen nach Altaussee auf.

Wir, das waren Christine, Anna, Claudia, Antonia, Sonja, Barbara, Lisa, Christian Kreuzhuber, Peter Hackl, Tobias, Jakob, Clemens, Günter, Hans und Klaus. Wir hatten viel vor in den nächsten Tagen und so starteten wir am ersten Tag nach dem Frühstück gleich mit einer tollen Führung durch die Stollen der Altausseer Salzwelten. Dabei ging es 700 Meter in den Berg hinein und wir erfuhren sehr viel Wissenswertes zum Thema Salz und dessen Gewinnung.

Als sich am dritten Urlaubstag das Wetter besserte, hefteten sich einige von uns auf die Fersen einer echten „Kräuterhexe“, die uns über die am Wegesrand wachsenden Pflanzen und deren Verwendung in Küche und als Medizin aufklärte.

Bei perfektem Badewetter entspannten wir zwei Tage an einem sehr schönen Badeplatz mit Jausenstation. Wir schwammen im See, ließen uns die Sonne auf den Bauch scheinen, saßen bei Limonade und Eiskaffee auf der Terrasse oder spielten Tischtennis.

Hans und Peter ließen es sich nicht nehmen, den Loser in beachtlichen drei Stunden zu bezwingen und ihre Erzählungen spornten uns zu einem gemeinsamen Besuch der Loser Alm hoch über dem Altausseer See an, wo einige von uns ihre Kletterkünste demonstrierten.

Am Nachmittag des vorletzten Tages „enterten“ wir noch das Solarschiff, das uns bei einer zweistündigen Tour zu den schönsten Plätzen des Sees brachte. Neben einer tollen Aussicht auf den Dachstein konnten wir auch einen Originaldrehort des James Bond Filmes „Spectre“ bewundern.

Nebenbei sei erwähnt, dass uns auch abends nicht langweilig wurde. Nach dem Abendessen saßen wir auf der Terrasse oder in der Bar des JUFA-Hotels und spielten Uno, schrieben Postkarten oder plauderten mit anderen Gästen oder dem sehr freundlichen Hotelpersonal.

Im hauseigenen Turnsaal spielten wir Fußball oder Basketball.

Als wir am Morgen des 7. Juli zu unserer Rückfahrt aufbrachen, hatten einige das Gefühl, doch erst am Urlaubsort angekommen zu sein.

Die sechs Tage vergingen wie im Flug und am Ende waren sich alle einig, dass es auch nächstes Jahr wieder so oder so ähnlich ablaufen soll, wenn wir unsere Koffer packen, um loszuziehen ... denn: auch Urlaub ist Salz in der Suppe des Lebens!

Klaus Weger arbeitet seit 2015 im Wohnen am Loidholdhof

2015 Kongressbesuch in Brüssel

Von 6. bis 9. Mai 2015 besuchten Christian H., Vivian, Corina und Ingrid den Kongress „Ontmoeten is Leven“, zu deutsch: „In der Begegnung leben“ in Brüssel. Es trafen sich rund 650 betreute Menschen und deren Begleiter aus Europa und auch aus Übersee im „Palast der Schönen Künste“ in Zentrum von Brüssel, um gemeinsam ein soziales Kunstwerk zu schaffen.

Vormittags gab es einen künstlerisches Input, Ausflüge in die Welt der Malerei, in die der Musik und des Theaterspiels; danach konnte man sich für einen der vielen Workshops eintragen, da gab es musikalische und künstlerische Angebote, aber auch Gesprächsrunden über die eigene Perso, über die bio-dynamische Landwirtschaft, Exkurse in die Welt der Kunst und über die Kunst der Fotographie.

Nach einer Stärkung zu Mittag direkt im Kongresszentrum, die übrigens von einem bio-dynamischen Catering geleistet wurde, ging’s in den Nachmittag zu den selbst gewählten Exkursionen. Diese machten wir gemeinsam mit der anderen österreichischen Gruppe aus Kärnten, die wir ja schon im Reisebus kennenlernten.

Die einen besuchten das Europa-Parlament, die anderen Museen, es gab Sightseeing zu Fuß oder mit dem Doppeldecker-Bus durch das schöne Brüssel.

Am Abend gab es noch kulturelle Angebote wie ein Konzert, ein Theaterstück und am letzten Abend einen Ball.

Alle Impressionen haben uns sehr beeindruckt, war doch alles von hoher Qualität, und die Begegnungen untereinander waren sehr respektvoll, was besonders bei unserer Verpflegung in Buffetform sichtbar wurde!

So konnten wir den einen oder anderen Kontakt knüpfen, sprachen an einen Tag vier Sprachen, und nahmen so manche Adresse mit nach Hause.

Ingrid Haberler arbeitet seit 2001 in der Gärtnerei und im Wohnbereich am Loidholdhof

2015 Wander- und Badeurlaub am Grundlsee

Am Mittwoch, dem 8. Juli, starteten wir unsere Reise gleich mit einer kleinen Wanderung vom Hof bis zum Schmied (Bundesstraße), wo unsere am Vorabend abgestellten, mit Koffern voll beladenen Busse standen, da die Straße zum Loidholdhof wegen Asphaltierungsarbeiten gesperrt war.

Unser Ziel, das schöne JUFA in Gößl am Grundlsee, in welchem einige unserer Gruppe voriges Jahr schon eine erlebnisreiche Zeit im großen Garten, mit gemütlichen Zimmern, direkt am See, bei sehr gutem Buffettessen und besonders nettem und zuvorkommendem Personal verbrachten, erreichten wir um die Mittagszeit. „Wir“, das waren: Katrin, Christine, Petra, Antonia, Barbara, Anja, Lisa, Melanie, Peter Ha., Sonja, Ariana, Peter He., Günther, Corina, Claudia, Jakob, Michaela und Elisabeth. Dieser erste Tag war zum Ankommen da – mit gutem Essen, Umgebung erkunden und Zimmer beziehen.

Am zweiten Tag spazierten wir alle zum nahegelegenen Toplitzsee, machten eine Bootsfahrt über den ganzen See und wanderten auch noch über Stock und Stein zum Kammersee. Danach konnten wir uns am Fischerhäusl mit einem guten Fischessen stärken, bevor wir mit Nachtischtorten bepackt zurück zur Unterkunft marschierten. Wir ließen diesen Tag schön im Garten ausklingen.

Die Einkaufswünsche erfüllten wir am darauf folgenden Vormittag in Bad Aussee. Am Nachmittag fuhren wir nach Aussee und mit den Bussen auf den Loser – hinauf zur Loserhütte. Dort genossen wir den herrlichen Ausblick ins Tote Gebirge, eine Gruppe machte eine Bergtour Richtung Loserfenster und andere ruhten sich am kleinen Augstsee oder „zuhause“ bei der Jugendherberge aus, spielten, schrieben Tagebuch oder Ansichtskarten.

In der Julihitze verbrachten wir natürlich auch einen ganzen Tag am Badestrand und genossen das kühlende Wasser des Grundlsees. Es zog uns aber auch wieder in die Berge – ein Höhepunkt war die aufregende Fahrt mit der Seilbahn auf die Tauplitz-Alm, wo es viele schöne Wanderwege gibt und die Almröschen herrlich blühten.

Was hat dir am besten gefallen?
Katrin: „Das Zimmer, wo ich mit Barabara und Melanie zusammen gelegen bin.“
Corina: „Die Berge, wandern.“ (Corina war von den Bergen bezaubert, mit strahlenden Augen und glühenden Wangen)
Peter Hackl: „Alles hat mir gut gefallen, wandern, spät ins Bett gehen, baden, Radl fahren ...“

In der Disco waren wir zwar nicht, doch stattdessen Rad- und Tretbootfahren, in der Kirche, Wikingerschach-spielen, Gitarre spielen und singen, Frühmorgen-joggen und Spätabend-Uno-spielen. Es wurden (hoffentlich) die meisten Urlaubswünsche erfüllt – und Christine und Antonia sprechen aus, was sich wahrscheinlich viele denken: „Ich möchte nächstes Jahr wieder fahren!“ Wir haben die gemeinsame Zeit am Grundlsee alle wirklich sehr genossen!

Anja Haider arbeitet seit 2001 in der Weberei und im Wohnbereich am Loidholdhof

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2015 Dresden und die Ostsee

Es ist mittlerweile schon einige Jahre her, dass wir es zum ersten Mal wagten, bei unseren gemeinsamen Urlauben auch einen Sprung über die Grenzen unseres schönen Österreichs zu machen.

Seither hat sich unser geographischer Horizont beträchtlich erweitert: Wir waren in Slowenien und in Kroatien am Meer, haben den Papst im Vatikan besucht, haben die Amsterdamer Grachten befahren, den Eiffelturm und den Berliner Reichstag erklommen, wir waren im Burgund und haben Michelangelos Werke in Florenz bestaunt, wir habe die Türkei und sogar Russland bereist und schließlich noch das Stadion des FC Barcelona und Gaudis „Sacrada Familia“ gesehen.

Dieses Jahr hat uns unsere Reise nach Dresden und an die Ostsee geführt. Und wiederum war es spannend, eine Stadt kennen zu lernen, die im Zweiten Weltkrieg praktisch vollständig dem Erdboden gleichgemacht wurde, danach wieder aufgebaut und Teil des „Ostens“ wurde, schließlich die Trennung überwunden hat und heute zum so begehrten Deutschland gehört. Wir standen vor Raffaels „Sixtinischer Madonna“ und in der wiederaufgebauten Frauenkirche.

Weltkultur und Weltgeschichte zum Greifen nahe. Danach haben wir noch einen „Abstecher“ an die Ostsee, genauer nach Heringsdorf zu den „Kaiserbädern“ gemacht. Auch hier konnte man die Geschichte atmen durch die vielen Villen, die heute in neuem Glanz erstrahlen und ahnen lassen, wie herrschaftlich zu Kaisers Zeiten dort die Sommerfrische verbracht wurde. Wir ließen uns gerne davon anstecken und haben nach Kräften aniert und diniert.

Es ist wunderschön zu beobachten, wie unsere betreuten Kollegen (und wahrscheinlich auch wir selbst) eine Routine und Selbstverständlichkeit im Reisen und auch im Umgang mit mehr oder weniger fremden Kulturen entwickeln. Eine Reise mit dem Flugzeug oder mit der Bahn bereitet nieman- den mehr schla ose Nächte. Bei einem Kellner, der unsere Sprache nicht spricht, ein Menü zu bestellen, funktioniert mit bewundernswerter Leichtigkeit und ich kenne persönlich niemanden, der mehr kulturelle Schätze von Weltrang gesehen hat als meine betreuten Kollegen. Bei unseren Reisen tritt aber auch deutlich zu Tage – wir sind ein Teil der widersprüchlichen Welt: Flüchtlinge und Urlaubsreisende im selben Zug! Gleichzeitig ist es bemerkenswert, wie gut wir eigentlich überall aufgenommen werden.

Und gerade dies erscheint mir als der wichtigste Teil unserer „Bildungsreisen“: die persönliche Begegnung mit Menschen und die Möglichkeit, sich selbst ein Bild machen zu können von Ländern und Kulturen, die man sonst meist nur aus den Nachrichten kennt. Was haben wir dadurch für Bilder von Deutschland, Russland, der Türkei oder Frankreich? Wir halten dagegen: Die persönliche Begegnung. Von Mensch zu Mensch.

Konrad Grünberger arbeitet seit 2003 in der Landwirtschaft am Loidholdhof. Er ist Mitglied im Hofleitungsteam.

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2014 Barcelona: Eine Reise wert!

Unsere diesjährige Kulturreise führte uns in die schöne katalanische Stadt Barcelona. Besonders kulturell hat Barcelona so einiges zu bieten: Gleich am Anfang unseres Auf- enthaltes widmten wir uns deshalb Antoni Gaudi, einem ihrer berühmtesten Künstler.

Beim Durchwandern des von ihm gestalteten „Park Güell“ und dem Betrachten seiner Bauwerke fühlte man sich sofort wie in eine andere (Märchen-) Welt versetzt. Besonders beeindruckend war auch sein berühmtestes Werk und bekanntestes Wahrzeichen von Barcelona, die „Sagrada Familia“. Die Kathedrale, die übrigens nach seinem Tod immer weiter ausgebaut wurde und bis heute noch nicht vollendet ist, wirkt von außen schon spektakulär und ist auch im Inneren sehr imposant. Dass Barcelona eine Künstlerstadt ist, haben wir auch im Picasso- und im Miro-Museum erfahren dürfen, da Barcelona immer wieder eine wichtige Station im Leben dieser Maler war.

Natürlich durfte auch ein Bummel durch die Innenstadt und die berühmte Amüsiermeile „La Rambla“ nicht fehlen. Hierbei konnte man gut die katalanische Kultur und Lebensweise beobachten und darin eintauchen.

Entspannung fanden wir immer wieder zwischendurch in unserem schönen Quartier am Rande der Stadt oder abends in einem der Restaurants, in denen wir die gute ein- heimische Küche mit Paella, Meeresfrüchten und Co. genossen.
Ein Highlight, besonders für unsere männlichen betreuten Mitarbeiter, war der Besuch des Stadion des F.C.Barcelona. Wenn man, wie die großen Fußballstars, durch den „Spielertunnel“ auf das Feld kommt und die tausenden Zuschauerplätze betrachtet, fühlt man sich sogar (wie ich) als Nicht-Fußballfan beeindruckt.

Den letzten Tag ließen wir gemütlich beim Stadtbummel und einem Strandbesuch ausklingen. Manch einer ging sogar (wenn auch unfreiwillig) im Mittelmeer baden.

Barcelona – eine Stadt voller Kontraste und unterschiedlicher Facetten – von denen wir in den sechs Tagen viel entdeckt und erfahren haben.

Für mich war es der erste gemeinsame Hofurlaub und deshalb auch doppelt spannend – ein ganz schönes, besonderes Erlebnis.

Petra Peinbauer

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2012 Kultur- und Städtereise nach St. Petersburg

Die traditionelle Kultur- und Städtereise des Loidholdhofs führte uns dieses Jahr im September nach St. Petersburg, in das Venedig des Nordens.

Der Grund für diesen Bei- namen liegt in den vielen Kanälen und Brücken, die das Stadtbild prägen. Die nördlichste Millionenstadt der Welt wurde erst um 1700 von Peter dem Großen an der Newa erbaut und ist eine der ersten Städte der Welt, die nach einem vorher erstellten Plan gebaut wurde.

Mit einer Reisegruppe von 14 Personen begann am Donnerstag, den 13. September um 5 Uhr morgens der Hofurlaub mit einer Fahrt zum Flughafen nach Schwechat. Von dort aus flogen wir direkt nach St. Petersburg. Es war ein sehr schöner Flug und wir kamen nach eineinhalb Stunden Flug und zwei Stunden Zeitverschiebung am Flughafen Pulkowo an. Von dort holte uns ein Bus ab und brachte uns zum Quartier. Wir waren in einer schönen Jugendherberge untergebracht, in der wir uns sehr wohl fühlten. Die Jugendherberge liegt direkt am Nevsky Prospekt, der die Hauptstraße der Stadt ist. Am gleichen Abend machten wir noch einen Spaziergang, um einen ersten Eindruck der Stadt zu bekommen. Allein entlang des Nevsky Prospekts gibt es so viele sehenswerte Gebäude, dass man es fast als Museum unter freien Himmel bezeichnen kann.

Den zweiten Tag starteten wir wieder zu Fuß und be- suchten die Kasaner Kathedrale, die für die Ikone der Gottesmutter von Kasan bekannt ist. In einer russisch- orthodoxen Kirche ist es üblich, dass Frauen eine Kopfbedeckung tragen. An diesem Tag spazierten wir noch über den Schlossplatz, der auf der einen Seite vom Win- terpalast und auf der anderen Seite vom Generalstabs- Gebäude begrenzt wird. In der Mitte des Platzes steht die höchste Triumphsäule der Welt, die dem Sieg Russlands über Napoleon gewidmet ist, die Alexander-Säule.

Am Samstag besuchten wir am Vormittag das ethnographische russische Museum. Anhand von Gebrauchsgegen- ständen, Werkzeug, Kleidung und Schmuck kann man so den Geschichten und Lebensweisen der einzelnen Völker und Volksgruppen, die in diesem riesigen Land leben, etwas näher kommen. Nach einem kleinen Mittagessen besichtigten wir dann das staatliche russische Museum. Dort befindet sich die weltgrößte Sammlung russischer Kunst, es beherbergt Werke vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. An diesem Abend gingen wir in ein russisches Restaurant und probierten uns durch die russische Speisekarte.

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Kunst. Die staatliche Eremitage ist ein Museum der Weltkultur, sie befindet sich in fünf nebeneinanderliegenden historischen Palästen. Dazu gehört auch der Winterpalast, die ehemaligen Hauptresidenz der russischen Zaren. In den ehemaligen Wohnräumen der Zaren befindet sich jetzt Gemälde und Kunstwerke aus der ganzen Welt. Außerdem beherbergt die Eremitage eine große archäologische Sammlung. Wir besichtigten Werke von da Vinci, Raffael und van Gogh. Obwohl wir den ganzen Tag dort verbrachten, schafften wir es nur, einen kleinen Ausschnitt anzusehen.

Am Tag vor der Heimreise besuchten wir die Camphill- Einrichtung Svetlana. Etwa 90 Kilometer von St. Petersburg entfernt liegt Svetlana in der Nähe des Ladogasees und besteht aus einigen Wohnhäusern, einem Stall, einer Gärtnerei, ein paar Wirtschaftsgebäuden und einer russischen Sauna. Wir sind dort sehr freundlich empfangen worden und haben einen kleinen Einblick in das Leben in einer russischen Einrichtung bekommen. Die Betreuten in Svetlana kommen aus ganz Russland und haben oft einen Heimweg von mehreren Tagen mit dem Zug.

Bei diesem Ausflug konnten wir auch das Land außerhalb der Stadt etwas kennenlernen. Den letzten Abend in St. Petersburg verbrachten wir in einem traditionellen Restaurant, wo wir uns noch einmal russische Köstlichkeiten schmecken ließen.

Am nächsten Morgen packten wir unsere Koffer und nahmen Abschied von diesem fremden Land, das uns in der kurzen Zeit schon etwas vertraut geworden ist. Es war ein sehr entspannter Urlaub mit einer sehr netten und angenehmen Reisegruppe. Und wer weiß, vielleicht war es nicht unser letzter Urlaub in Russland.

Tanja Wakolbinger arbeitet seit 2009 in der Gärtnerei am Loidholdhof

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2011 Kunst- und Kulturreise nach Florenz

Florenz – das „Italienische Athen“ im Herzen der Toskana – war heuer das Ziel unserer Kulturreise. Es beherbergt eine unglaubliche Fülle an Kunstwerken und man spürt heute noch die glanzvolle Vergangenheit dieser Stadt.

Die Atmosphäre des historischen Zentrums ist schlicht- weg wunderbar und beraubt einem jegliche Worte. In Florenz, der Hauptstadt der Toskana, wohnen fast eine halbe Million Menschen. Florenz besitzt ein unglaubliches künstlerisches Erbe. Cimabue und Giotto, die Gründer der italienischen Malkunst, lebten und wirkten hier, sowie Galileo Galilei, Leonardo da Vinci, Brunelleschi, Michelangelo und viele mehr.

Wir nahmen den Nachtzug, mit dem wir um kurz nach sechs Uhr am Morgen in Florenz ankamen. Mit dabei waren Vivian, Lukas, Günther E., Günther H., Christian H., Manfred, Anna, Michaela, Jasmin, Claudia, Ariana, Corina, Konrad, Elisabeth, ich und natürlich Achim, der die Reise leitete. Unser erster Weg führte uns in unsere Unterkunft, direkt im Zentrum der Altstadt. So konnten wir alle Besichtigungsziele zu Fuß erreichen. Nach einem italienischen Frühstück machten wir uns nun täglich um neun Uhr auf den Weg. Unser Hauptinteresse bei unseren Besichtigungen galt den Werken von Giotto, Cimabue, Michelangelo, Raffael, aber auch von Albrecht Dürer. Unter anderem sahen wir verschiedene Kirchen, wie Santa Croce, Santa Maria Novella und das Kloster San Marco, den Dom Santa Maria del Fiore und das Baptisterium mit seiner herrlichen „Paradiespforte“. Auch einige Museen standen am Programm, wie die Galleria degli Uf zii, Galleria dell`Accademia, das Privatmuseum des Künstlers Marino Marini sowie der Palazzo Pitti mit dem Garten Boboli und die berühmte Goldschmiedebrücke Ponte Vecchio. Sehr berührt auf unserer Reise haben uns die Freundlichkeit der Florentiner und ihr respektvoller Umgang mit uns. Bei Warteschlangen durften wir immer vorbei, der Eintritt wurde uns überall geschenkt und in den Restaurants suchten die Angestellten meistens einen Tisch, der groß genug für uns alle war. Die italienische Küche wurde zu Mittag und beim Abendessen in gepflegten Restaurants genossen. Doch am letzten Abend meinte Christian dann, jetzt habe er aber genug von Pizza und er würde sich in nächster Zeit auch wieder über andere Gerichte freuen. Nachmittags erholten wir uns bei einer kurzen Pause in der Unterkunft.

An den Abenden wurde unser soziales Miteinander durch Spiele, durch das Führen von ausgiebigen Gesprächen und durch das Knüpfen von Kontakten mit anderen Herbergsbewohnern gestärkt. Am Abreisetag gab es für alle noch einmal die Möglichkeit die letzten Souvenirs einzukaufen.

Anschließend nutzten Elisabeth und ich noch die Gelegenheit und stiegen die ca. 400 Stufen des Giotto Turmes hinauf. Oben angekommen genossen wir den Blick auf Florenz in der Abenddämmerung ein letztes Mal. Um viele neue Eindrücke reicher, begannen wir unserer Heimreise zurück nach Österreich. Am Bahnhof in Florenz freuten wir uns über eine entspannte und doch sehr eindrucksvolle Woche. Unseren Bahnsteig hatten wir schnell gefunden und warteten auf den Zug. Zehn Minuten vor Planabfahrt fehlte von diesem Zug jedoch jede Spur. Elisabeth rannte los und fand ihn dann doch rechtzeitig an einem anderen Abfahrtgleis, auf dem er nach italienischer Art kurzfristig verlegt wurde. So hatten wir am Ende unseres Urlaubes dann doch noch sehr viel Aufregung, als wir voll bepackt mit unseren Koffern und in Windeseile zu unserem Zug liefen, der schon auf uns warten musste. Außer Atem, aber glücklich es geschafft zu haben, machten wir es uns in den Schlafabteilen bequem und fuhren wieder der Heimat entgegen.

An dieser Stelle möchte ich mich im Namen unserer betreuten und betreuenden Mitarbeiter bei Achim für die ausgezeichnete Reiseleitung noch einmal herzlich bedanken. Es war eine Reise, die uns alle sehr bereichert hat und in schöner Erinnerung bleiben wird.

Maria Oberndorfer

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2010 Kultur- und Kunstreise ins romanische Burgund

Unsere diesjährige Kunstreise führte uns nach Burgund, in einer der wichtigsten Kunst- und Kulturlandschaften Mitteleuropas und mittten im Herzen Frankreichs. Unser Hauptinteresse galt den zahlreichen Klöstern und Kirchen der Romanik, aber auch den besonderen Kunstschätzen der Gotik und Renaissance.

Die Mönche von Cluny sollen einmal von ihrer Kirche behauptet haben, es lese sich da die Messe, „wie wenn man alle Tage Ostern feierte“. Diese Mönche hatten, wie zahlreiche Menschen um die Jahrtausendwende, die sichere Empfindung vom Mysterium des Todes und dessen Überwindung durch das Geheimnis der Auferstehung. Sie waren deshalb von einer unermesslichen Sehnsucht erfüllt Stätten zu schaffen, an denen dieses Ostermysterium beständig erlebbar und für die Menschen gegenwärtig werden kann. Durch ihre innige Verbindung mit dem Geiste der Urchisten kämpften sie von ganzem Herzen um den Fortbestand eines österlichen, von der Auferstehung durchdrungenen Christentums, das sie dazumal schon als gefährdet ansehen.

Das Burgund ist förmlich übersät von romanischen Kapellen, Kirchen und Kathedralen, die dem Besucher heute noch in einer einzigartigen Weise von dieser Botschaft künden. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass das kleine Burgund eines der bedeutendsten christlichen Pilgerziele im frühen Mittelalter war und (mit Unterbrechungen) seine Faszination und Anziehungskraft bis in die Gegenwart aufrechterhalten konnte.

Uns Kulturreisende vom Loidholdhof (dieses Jahr waren wieder fast die Hälfte unserer betreuten Mitarbeiter mit dabei) führte die Anreise zunächst in die Schweiz, wo wir als erste Station das Goetheanum besucht haben. Bereits zu Beginn des vorigen Jahrhunderts versuchte dort Rudolf Steiner, ganzheitliche und „menschengemäße“ Ansätze in moderne Architekturformen aus Holz und später Beton zu integrieren. Nach einer Mahlzeit im berühmten Speisehaus des Goetheanums ging es am selben Tag noch weiter nach Meursault, wo wir auf einem idyllischen Weingut – dem Château-de-la-Velle – unser herrliches Quartier bezogen. Von dort aus und im Rahmen von Tagesausflügen (mit den eigenen Bussen) haben wir dann unser reichhaltiges Besichtigungsprogramm unternommen. So konnten wir im bezaubernden Städtchen Beaune das mittelalterliche Spital „Hotel-Dieu“ mit dem „Jüngste Gericht“ Rogier van der Weydens kennenlernen. Im kleinen Örtchen Taizé haben wir die ökumenische Gemeinschaft des 2005 ermordeten Frère Roger besucht und konnten dort einen Gottesdienst mit- erleben. In Cluny sind wir auf die fantasieanregenden und geschichtsträchtigen Ruinen des bis zum Bau von St.Peter größten Kirchenbaus der Christenheit und damaligen Zentrum des klösterlichen Lebens gestoßen. Wir besuchten die Wallfahrtskirchen Sacré-Cœur in Paray-le-Monial, Saint-Lazare in Autun, und die frühromanische Abtei St. Philibert in Tournus. Wir waren in der wohl schöns- ten romanische Kathedrale St.Madeleine in Vézelay, im Städtchen Dijon, der Wirkungsstätte des berühmten mittelalterlichen Bildhauers Claus Sluter und in Colmar, wo wir den Isenheimer Altar des Mathias Grünewald in Colmar bewunderten.

Abseits der Kulturstätten – beim gepflegten Essen im Restaurant, beim Einkauf und Bummel durch die idyllischen Dörfer und Städtchen oder beim gemeinsamen Kochen, Spielen und Entspannen im herrlichen Quartier – gab es zahlreiche Gelegenheiten, um das soziale Miteinander und die Zeit füreinander zu pflegen und zu genießen. Wie in den Vorjahren z. B. in Rom, Amsterdam, Paris, Berlin, durften wir die ausgesprochene Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft der heimischen Bevölkerung erfahren und kehren angeregt durch die „französische“ Lebensart und erfüllt mit neuen Eindrücken an den Loidholdhof nach St. Martin zurück.

Achim Leibing arbeitet seit 1999 in der Landwirtschaft. Er ist Mitglied im Hofleitungsteam und Hofsprecher. Seit 1999 lebt er am Loidholdhof.

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2016 Wander- und Badeurlaub in Kärnten

Ich liebe es zu reisen. Ich liebe es, mich einzulassen auf die Reise des Lebens. Ich liebe es, loszuziehen und immer wieder ein Stück „neu“ zurückzukehren. Mit einem neuen inneren Licht, mit neuen lebendigen inneren Bildern. Bilder, belebt durch Begegnung. Begegnung mit mir selbst in einer neuen Umgebung, mit anderen Menschen, mit Tieren, mit Natur, mit Kultur ...

Heuer fanden wir gemeinsam so ein frisches Licht und neue Bilder auf unserer Wander­ und Badereise im Kärntner Gitschtal in der Nähe des Weißensees . Ich glaube in einigen von uns leuchten, weben und wirken Licht und Bilder immer noch. Vielleicht können wir euch ein bisschen daran teilhaben lassen.

Eine Woche lang lebten wir in einer schönen Jugendherberge mit Streichelzoo in Weißbriach im Gitschtal. Dort hatten wir Raum für Begegnung. Begegnung miteinander und auch mit „neuen“ Menschen. Wir verbrachten unsere Zeit in dieser Woche unter anderem mit schwimmen und spazieren am Weißensee. Der See beeindruckte uns mit viel schöner Natur, kaum verbautem Ufer und glasklarem Wasser. An diesem Ort macht die Natur ganz besonders auf sich aufmerksam. Bei einer Schifffahrt rund um den See erfuhren wir allerhand über diese Gegend. Unter anderem auch, wie der Weißensee zu seinem Namen kam. Wir konnten die weißen Seekreidebänke sehr gut sehen! Manche von uns probierten sich sogar bei der einen oder anderen Runde mit dem Elektroboot als Kapitäne aus! Der Presseggersee war ebenso nicht weit von unserer Unterkunft entfernt und wurde auch von uns besucht.

Wir unternahmen in dieser Woche auch eine Radtour und einige Wande­ rungen. Eine anspruchsvollere Tour führte eine sportliche Gruppe auf die Möselalm, eine leichte Route führte die Gemütlicheren von uns zu einer Jausenstation, wo wir gut speisten und Kontakte knüpften. Abends gingen wir zum Kegeln oder eine kleine Gruppe sang Lieder und spielte mit der Gitarre. Wir verbrachten unsere Zeit mit gemeinsamen Spielen, Gesprächen, Spaziergängen, Besuchen bei den Tieren, Tischtennisspielen und auch das ein oder andere Fußballspiel wurde geschaut (es war zu dieser Zeit Fußball Europameisterschaft!). Wir erkundeten den Ort Weißbriach und machten einen Aus ug in die nahegelegene Stadt Hermagor. Dort besuchten wir eine schöne Kirche, kauften einige Andenken und ließen uns Kaffee und Kuchen schmecken. Schnell verging sie, diese Woche! Auf der Heimreise machten wir noch einen Stop bei den sozialtherapeutischen Werk­und Wohnstätten in der Camphill Gemeinschaft Liebenfels. Dort wurden wir bereits freudig erwartet und mit Kaffee, Getränken und Kuchen ganz herzlich empfangen. Wir bekamen einen Einblick in die Kreativwerkstatt vor Ort und konnten die tollen, dort entstandenen Kunstwerke auch kaufen. In der relativ kurzen Zeit, in der wir dort waren, fand ganz intensiver Austausch zwischen uns und den Bewohnern und Mitarbeitern statt. Das war wirklich ein schöner Ausklang unserer diesjährigen gemeinsamen Reise.

Mögen die Bilder noch lange wirksam sein und die Erinnerungen daran uns immer wieder zum Leuchten bringen!

Lisa Steckbauer arbeitet seit 2014 im Wohnen und ist verantwortlich für die Bildungswerkstatt am Loidholdhof.

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2014 Sommerurlaub in Hinterstoder

Dieses Jahr ging unsere Reise nach Hinterstoder – wandern und baden sollten unsere Schwerpunkte sein.

Mit von der Partie waren Peter Hackl, Barbara, Sonja, Clemens, Christian Kreuzhuber, Christine und die Betreuer Günter, Claudia und Ingrid.

Wir bewohnten für diese letzte Augustwoche ein Selbstversorger- Häuschen mit lieben Vermietern. Die Gegend wunderschön, das Wasser – die Steyr, die dort noch ein Bach ist – wunderbar grün und eiskalt.

Ab der 1. Minute war unsere Stimmung fröhlich und gelöst, wenn das Wetter auch nicht immer Anlass dazu gab. Gott sei Dank nutzten gleich Peter und Sonja das bisschen Sonne am 1. Tag und sprangen in den Gleinkersee. Uns anderen wars dann doch zu frisch. Gegessen wurde auch noch dort, und so hielten wir es auch für die ganze Urlaubswoche – Kulinarisch hat es uns an nichts gefehlt, auch wenn wir selber gekocht haben, und manchmal konnten wir in einem gemütlichen Gasthaus den Regenschauer trocken überstehen.

Das eher vorherbstliche Klima konnte uns nicht davon abhalten, die Gegend per pedes zu erkunden – ein Ausflug zum Pießling-Ursprung, wo das Wasser aus dem riesigen Felsmassiv auftaucht, eine Wanderung auf der Wurzeralm, Spaziergänge direkt vom Quartier weg, z. B. zum naheliegenden paradiesisch gelegenen Schieder-Weiher mit Bergpanorama.

Günter, Peter und Clemens erklommen den Stubwieswipfel, wir anderen gin- gen den Rundweg im Almgrund, erstaunt über die Ausdauer von Christian und Christine!

Als das Wetter wirklich zu naß wurde, gönnten wir uns einen Tag in der Bad Haller Therme, die Rückfahrt bescherte uns einen wunderschönen Regenbogen, sodass wir sogleich am Straßenrand anhielten und Fotos schossen.

Von unseren Abenden weiß Christian – unser Tagebuchführer – zu berichten: „Heute gab es Pizza, es war wieder sehr gut, Christian wäscht heute ab, Peter und Günter trocknen eißig ab, Sonja wischt alle zwei Tische, Claudia und Christine spielen „Babuschka“, dann spielen wir unter dem Tisch 50 Cent rüberreichen, der andere muss Hände schlagen oder einen Elefanten machen, Daumen aufstellen für alle, oder „Kaffee-reiben“.

Peter lacht sehr viel, weil es immer was zum Lachen gibt. Jetzt stehen Chips und Snips auf dem Tisch zum Mästen und Füttern, Zettel mit Name auf die Stirn kleben und erraten, welchen Namen wer auf der Stirn kleben hat. Noch eine Runde UNO spielen, Clemens will nicht mehr, er schläft schon am Sessel ein. Das war ein schöner Urlaub!“

Ingrid Haberler arbeitet seit 2001 in der Gärtnerei und im Wohnbereich am Loidholdhof

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2013 Kunst- und Kulturreise nach Istanbul

Unsere 15köpfige Gruppe war in einer Jugendherberge im Zentrum, ca. 10 Minuten von der Hagia Sophia entfernt, untergebracht.

Beim ersten Abendessen über den Dächern von Istanbul gleich neben der blauen Moschee hörte wir das erste Mal den Ruf des Muezzins, der die Muslime zum Gebet auf- ruft. Es war ein Eintauchen in die orientalische Kultur.

Am Mittwoch widmeten wir uns der frühchristliche Zeit von Istanbul und besuchten die Hagia Sophia, Kirche der Heiligen Weisheit. Diese byzantinische Kirche aus dem 6. Jahrhundert ist heute als Museum zu besichtigen. Beeindruckend waren die vielen gut erhaltenen christlichen Mosaike.

Nicht weit von der Hagia Sophia war der Abgang zu der Cisterna Basilica, einem ehemaligen Wasserspeicher für den großen Palast der byzantinischen Kaiser. Tief unter der Erde trauten wir unseren Augen nicht! Dieses Wasserreservoir glich einem versunkenen Palast mit zwölf Reihen von 28 Säulen, die 6 Meter in die Höhe ragten und das Gewölbe mit korinthischen Kapitellen tragen.

Nach diesen ersten Eindrücken von Istanbul tat ein Spaziergang durch den Gülhane Park zum Meer gut. Die Freundlichkeit der Istanbuler, die wir immer wieder erfahren durften, erlebten wir auch bei diesem Spazier- gang, wo uns ein Popkornverkäufer etliche Sackerln mit frischem Popkorn schenkte.

Der Topkapi Palast und das archäologisches Museum standen am Donnerstag am Plan.

Am Freitag zeigte uns Herr Baki Bilgili ein Schule für beeinträchtigte Menschen in Istanbul. Es war beein- druckend, mit welchen einfachen Mitteln diese Schule geführt wird, weil diese ohne staatliche Unterstützung auskommen muss.

Auf Rat von Herrn Baki Bilgili besuchten wir am nächsten Tag die Prinzeninseln im Südosten von Istanbul. Per Fähre ging es danach über das Marmarameer zu der größten Insel Büyükada. Die Überfahrt bot uns einen wunderbaren Blick auf Istanbul mit seinen über 3.000 Moscheen und 40 Kirchen, auch konnten wir die Größe dieser Stadt mit ihren über 12 Millionen Einwohnern von der Meeresseite nur erahnen.

Am Sonntag ließen wir uns von einem Taxi zu der Chora-Kirche bringen. Diese byzantinische Kirche mit ihren Fresken und Mosaiken zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten weltweit. Die Mosaike mit den Motiven der Menschwerdung Gottes und der damit verbundenen Erlösung der Menschen waren wie eine bildliche Geschichte.

Am letzten Tag besuchten wir noch den großen Bazar. Über eine Fläche von 30.000 m2 in einem beinahe riesigen Labyrinth werden Schmuck, Keramik, Teppiche, Kleidung, Antiquitäten und vieles mehr angeboten. Dort herrschte ein orientalisches Verkaufsflair, wo richtig gehandelt und gefeilscht wurde.

Liese Grusch arbeitet seit 2009 am Loidholdhof in der Wohnbetreuung und in der Verwaltung. Sie ist Mitglied im Hofleitungsteam.

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